Im Lichte dieser Untersuchung von Scientology, unter Heranziehung der Elemente der modernen, wissenschaftlichen Definition von Religion, ist es offensichtlich, daß Scientology eine Religion ist.
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Vertrautere Formen der Andacht können in den gemeinschaftlichen Ritualen gefunden werden, die stattfinden, wenn sich Scientologen zu Zeremonien und Feiern zusammenfinden. Die Schriften der Scientology enthalten Zeremonien und Rituale, die einschneidende Ereignisse im Lebenszyklus markieren: Geburt, Namensgebung, Heirat und Tod. Diese Zeremonien und Rituale verbinden diese Ereignisse mit dem Heiligen, das dem Leben innewohnt, wie es von der Scientology-Gemeinschaft gesehen wird (siehe L. Ron Hubbard, Die Scientology Religion, London, 1950, zur Beschreibung einiger Zeremonien und Rituale). Diese Rituale der Scientology, die bestimmte Ereignisse des Lebenszyklus betreffen, finden ihre Entsprechungen in praktisch jeder anderen religiösen Tradition. Solche Rituale sind Ausdruck der Überzeugung, daß das menschliche Leben mit einer unsichtbaren spirituellen Dimension verbunden ist, die erkannt und bestätigt werden muß, wenn das menschliche Leben seine Vollständigkeit und Erfüllung finden soll.
Andachtshandlungen können sowohl individueller als auch gemeinschaftlicher Natur sein. Am offensichtlichsten ist dies wohl beim Gebet, es trifft aber auch auf meditative Handlungen und spirituelle Übungen zu. Ob es ein Sufi ist, der alleine betet oder aber zusammen mit anderen beim Gebetstanz umherwirbelt man hat es mit einer Andachtshandlung zu tun. Ob ein Buddhist nun alleine am Berghang tief in Meditation versunken oder gemeinsam mit anderen ein Sutra singt man begegnet dabei einer Andachtshandlung.
In Scientology trifft man sowohl auf individuelle als auch auf gemeinschaftliche Formen der Andacht oder religiösen Versenkung. Wie in den Erleuchtungstraditionen des Ostens stehen in Scientology allerdings die Bemühungen des einzelnen im Mittelpunkt. Dieser Prozeß der Erkenntnis oder des Voranschreitens zu vollständiger geistiger Freiheit umfaßt innerhalb von Scientology Auditing und Ausbildung. Die Analogie dazu ist das Guru-Schüler-Verhältnis in östlichen Traditionen. In der Beziehung Guru-Schüler sind die wichtigsten Andachtshandlungen geistig-innerliche Handlungen. Im Hinduismus erleichtert dies das Vorankommen bis hin zur Erkenntnis des Atman, der Seele, gleichsam des Letztendlichen. Diese nach innen gerichteten Handlungen können mit äußeren Handlungen wie Yogastellungen oder Atemtechniken oder auch bestimmten innerlichen Akten wie der Visualisierung von Bildern einhergehen. Dieses innerliche spirituelle Streben kann sich über kürzere oder längere Zeiträume erstrecken und ist Teil der Andacht eines Anhängers. In vielen östlichen Traditionen können sich asketische und meditative Handlungen, die als Ausbildung und zur Übung für ein Individuum zum Zweck des geistigen Wachstums durchgeführt werden, über viele Monate oder Jahre oder in völliger Abgeschiedenheit entfalten, nachdem der Meister einmal die Anleitung gegeben hat. Obwohl die Praktik in der Abgeschiedenheit ausgeübt wird, ist sie durch gemeinsame Überzeugungen, Glaubensgrundsätze und Handlungen immer noch mit dem Leben einer Gemeinschaft verbunden. Bezogen auf Scientology ist dies der zutreffende inhaltliche Zusammenhang sowohl für Auditing als auch für Ausbildung, bei denen die Beziehung zwischen dem religiösen Berater und dem neuen Mitglied von eminenter Bedeutung ist. Auch hier besteht eine Analogie zum geistigen Führer in christlich-klösterlicher, zum Pastor in protestantischer, zum Guru in hinduistischer und zum Lama in tibetanisch-buddhistischer Tradition.